ELDOA – dieser poetisch anmutende Begriff ist ein Akronym und steht für „Étirements Longitudinaux avec Decoaptation Osteo-Articulaire“. Salopp könnte das wiederum mit „Gelenke auseinanderziehen“ übersetzt werden.

Die ELDOA-Methode ist ein gezieltes System zur Dekompression von Wirbelsäule und Gelenken, entwickelt vom französischen Arzt und Osteopathen Dr. Guy Voyer. Ihr Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass im Körper alles miteinander verbunden ist und Symptome nur dann nachhaltig verstanden und behandelt werden können, wenn der gesamte Organismus in seiner Komplexität berücksichtigt wird.

Guy Voyer war zunächst Sportler, später Osteopath und Fitnesstrainer in Marseille. Früh begann er, die zentrale Rolle von Bewegung im Zusammenspiel mit Gehirn, Nervensystem und Bindegewebe zu erforschen. Seine Studien und seine praktische Arbeit umfassten unter anderem manuelle Therapie, Medizin, Sportmedizin, Anatomie, Osteopathie, Biomechanik und Sportpädagogik. Auf der Suche nach wirksamen Lösungen gegen Rückenschmerzen wandte er sich dem Tensegrity-Modell zu. Dieses beschreibt strukturelle Stabilität als ein dynamisches Gleichgewicht zwischen Zug- und Druckkräften – ein Prinzip, das verdeutlicht, warum lokale Beschwerden immer im Zusammenhang mit dem gesamten Körpersystem gesehen werden müssen.

Aus dieser ganzheitlichen Sichtweise entwickelte Voyer die ELDOA-Methode als Teil seines übergeordneten Konzepts von Soma-Therapie und Soma-Training, in dem ELDOA eine zentrale Rolle einnimmt. Er erkannte die positiven Effekte der Methode besonders auf das Bindegewebe – insbesondere die Faszien – sowie auf das Nervensystem. Seiner Ansicht nach braucht der Mensch sowohl Behandlung als auch gezieltes Training, um langfristig gesund zu bleiben.

Die ELDOA-Übungen sind hochpräzise, anspruchsvoll und gleichzeitig gelenkschonend.

Sie zielen darauf ab, einzelne Wirbel oder Gelenke gezielt zu isolieren und durch spezifische Dehnimpulse sowie aktive Muskelarbeit Raum in den betroffenen Strukturen zu schaffen. Dadurch kann Spannung im umliegenden Gewebe reduziert, die Gelenk- und Wirbelsäulenstabilität verbessert und die Beweglichkeit erhöht werden. Die Übungen werden individuell angepasst und können bei Beschwerden wie Rückenschmerzen, Bandscheibenproblemen oder Haltungsstörungen sehr differenziert eingesetzt werden.

Ergänzt wird ELDOA durch myofasziales Stretching, das ebenfalls Teil des in sich geschlossenen und logisch aufgebauten Bewegungssystems von Guy Voyer ist. Obwohl die Methode bereits in den 1970er-Jahren in Frankreich entstand, ist sie im deutschsprachigen Raum noch vergleichsweise wenig bekannt. Dabei gilt sie als innovative und wirkungsvolle Möglichkeit, die Gesundheit der Wirbelsäule nachhaltig zu unterstützen.

Darüber hinaus schult ELDOA intensiv die Wahrnehmung für Aufrichtung und Körperausrichtung – eine Fähigkeit, die auch in der Yogapraxis von großem Wert ist und diese spürbar vertiefen und bereichern kann.

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